Home ] Bilder ] Biografie ] [ Texte ] Information ]

Es ist eine ständige Suche, die auch eine Sehnsucht nach dem Ergreifen der Welt und der Wahrheit beinhaltet. Die Kultur, die immer auch von der Landschaft geprägt ist, in der sie entsteht, ist der zweite Ausgangspunkt meiner Malerei. Sie erzählt Geschichten und trägt Symbole. Ihre fundamentalen Werte, wie etwa die Tradition, sind ein wichtiger Teil meines Schaffens. Sie sind die Basis, die sich mit den neuen Einflüssen unserer Gegenwart vermischt. Diese beiden Anteile  bestimmen die Komposition in meinen Bildern. Die Kunstgeschichte ist für mich eine Basis aus der ich Schöpfen kann. Die Geschichte in den Kontext meiner Empfindungen zu setzen, macht das Werk für mich gegenwärtig:

„Bei all dem scheint das Bild eine Verbindung mit der Kunst einzugehen (die bereits vorher da war); auch das Bild wird durch die Geschichte absorbiert.“ (Morris Louis)

Claudia Larissa Artz, Januar 2005

 

 

 

 

 

GÓRTIS

Die alten Olivenbäume stehen zwischen den Ruinen von Górtis. Im 3 Jahrhundert vor Christi war Górtis die Hauptstadt von Kreta. Unter römischer Herrschaft wurde an jenem Ort Stadtrecht in Stein gehauen, das grundlegende Menschenrechte festschrieb. 824 nach Christi wurde Górtis von den Arabern zerstört und nie wieder aufgebaut. Einzig die Olivenbäume zeugen von dieser Zeit. Sie wecken ein Gefühl der Schönheit und des Respekts vor der Zeit. Sie stehen für das Leben und spiegeln die Zeit, die Vergänglichkeit wider. Die Bäume schenken dem Betrachter ein Gefühl von Würde und Achtung. Ähnliche Momente erlebe ich in der Natur, in Landschaften, die für mich einen großen Einfluss auf meine Malerei haben.

“Die Arbeit des Künstlers scheint mir genau damit zu tun zu haben. Ich begriff, teilweise durch meine Erfahrungen und teilweise durch die großen Meister der Moderne, dass nicht das Meer, nicht die einzelnen Felsen oder Täler an sich die Essenz der Anschauung ausmachten, sondern dass sie Träger einer umfassenderen Wirklichkeit waren – der Brücke, die das Sehen von unserem Innersten bis zum entferntesten Punkt unserer Umgebung spannt.“(Bridget Riley)

Landschaften, Empfindungen sind für mich oft Ausgangspunkt meiner Malerei. Darin sehe ich die Schönheit. Es ist die Verbindung von Innen und Außen:

„Symbole unsrer Gedanken über große Kräfte der Welt... Diese Symbole wenden wir an, wenn wir große Begebenheiten, schöne Gedanken über uns, und die lieblichen oder fürchterlichen Empfindungen unsrer Seele, über Begebenheiten, oder den inneren Zusammenhang unseres Gefühls, Andern klar verständlich machen wollen. Wir suchen nach einer Begebenheit, die charakteristisch zu unserer Empfindung ist, die wir ausdrücken wollen, und wenn wir sie gefunden, haben wir den Gegenstand der Kunst gewählt." (Philipp Otto Runge)